Das kleine Viren 1x1

Was ist Schadsoftware?

Der Begriff Schadsoftware beschreibt eine große Bandbreite von Software, die einen vorwiegend oder ausschließlich schadhaften Einfluss auf Computersysteme und -Netzwerke nimmt und zu teilweise erheblichen Schäden führen kann. Obwohl Schadsoftware schon zu Beginn des Computerzeitalters von Bedeutung war, führt die größere Verbreitung und Bedeutung der sogenannten neuen Medien und deren vermehrt sorgloserer Umgang (gerade unter den immer jünger werdenden Nutzern) zu einem vergrößerten Bedrohungspotential. Die möglichen Schäden sind vielseitig und reichen von Angriffen auf die Privatsphäre, über üble Scherze, Betrug und Erpressung, bis hin zur Zerstörung wichtiger PC-Bauteile.

Malware

Malware ist ein Sammelbegriff für Programme, die dazu entwickelt wurden Benutzern Schaden zuzufügen. Es gibt zahlreiche Unterarten von Malware - zum Beispiel, Viren, Trojaner, Rootkits oder Spyware. Alle Arbeiten anders und haben verschiedene Aufgaben. Ein Ziel haben Sie jedoch gemein: Ihnen zu schaden.

Pishing

Das Wort "Phishing" ist abgeleitet von "fishing" und bezeichnet das Angeln nach Passwörtern und Kontodaten. Durch gefälschte Webseiten und E-Mails wird versucht, diese Daten von Internetnutzern zu erbeuten:

Sie erhalten eine gefälschte E-Mail von Ihrem Internetanbieter, der Sie auffordert, Ihre Account-Daten zu aktualisieren.

Sie öffnen den Link in der E-Mail und gelangen auf die von Betrügern gefälschte Webseite. Diese sieht der Original-Webseite sehr ähnlich, sodass es User oft schwer fällt sie als Fälschung zu entlarven.

Auf der Webseite geben Sie Ihre Account-Daten an, um diese zu erneuern. Dadurch werden diese Daten jedoch an die Betrüger gesendet, die nun vollen Zugriff auf Ihren Account erlangt haben.

Computerviren

Der Begriff „Virus“ für verschiedene Schadsoftwares unterliegt einer gewissen Generalisierung, weshalb heute verschiedene, teilweise höchst unterschiedliche Typen gemeinhin mit ihm bezeichnet werden. Der klassische Computervirus ist meist jedoch weniger gefährlich, als oftmals vermutet wird. Viren verhalten sich im Grunde wie ihre biologischen Pendants, was bedeutet, dass sie bereits vorhandene Dateien in Computersystemen „infizieren“ und teilweise umschreiben. Die Schäden sind meist eher gering, primär wird eine möglichst weite Verbreitung angestrebt. Die Motive sind meist persönlicher Natur und reichen von üblen Scherzen, bis hin zur Verbreitung politischer Botschaften.

Computerwürmer

Würmer gehören zu den schädlichsten Vertretern unter den Schadsoftwares, da sie bis zu einem gewissen Punkt autonom agieren können und die vorhandene Infrastruktur des Computers (wie beispielsweise den Email-Verteiler) nutzen können. Bei Schadsoftware, die via Emailanhang versendet wird, handelt es sich häufig um Computerwürmer. Finanzelle Schäden entstehen zumeist dadurch, dass Netzwerkressourcen verschwendet werden, sowie ganze Systeme durch die Mehrbelastung zusammenbrechen können.

Trojaner

Bei Trojanern handelt es sich um Schadsoftware, die getarnt im System operiert und oftmals vom Nutzer selbst unwissentlich eingeschleust wird. Wie das namensgebende Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie, basieren Trojaner auf Täuschung. So geben sich Trojaner als nützliche Software aus, und erfüllen teilweise sogar die eigentlich erwünschte Funktion, während sie gleichzeitig Schaden am System anrichten. Die schädliche Wirkweise unterscheidet sich von Fall zu Fall, häufig jedoch ist Spionage die Motivation.

Backdoor:

Diese Schadsoftware wird meist im Gefolge von Würmern in ein System geschleust und erlaubt Dritten (meist den Erstellern der Schadsoftware) den teilweisen oder vollständigen Zugriff auf das infizierte System, meist ohne Wissen des Geschädigten.

Spyware

Spyware hat, wie der Name schon andeutet, hauptsächlich die Funktion, den Geschädigten auszuspionieren. Dies hat meist einen finanziellen Hintergrund, da diese Art von Schadsoftware vornehmlich das Surfverhalten und die Interessen des beobachteten Nutzers ausliest. Diese Informationen werden wiederum an Dritte verkauft, häufig Firmen und Werbekunden, welche künftig gezielt auf den spionierten Nutzer ausgerichtete Werbung schalten können. Doch auch größere Schäden, wie das Auslesen von Passwörtern, Bankdaten usw. sind möglich. Spyware befindet sich häufig getarnt im Gefolge nützlicher, erwünschter Software. (Siehe Trojaner)

Scareware

Scareware ist ein besonders tückischer Vertreter von Schadsoftware. Diese Programme gaukeln dem Nutzer eine Bedrohung seines Systems vor (beispielsweise durch gefälschte Systemwarnungen), und bieten gleichzeitig die vermeintliche, jedoch kostenpflichtige Lösung (z.B. ein neues Antivirenprogramm). Scareware basiert auf der Ausnutzung der Ängste des Nutzers zum finanziellen Gewinn des Erstellers, und funktioniert ähnlich einer Schutzgelderpressung (Geld wird zur Abwehr einer angeblichen Gefahr gefordert, während die Abwehr selbst die Gefahr darstellt).

Ransomware

Dieser Typus Schadsoftware basiert im Wesentlichen auf Erpressung. Das Programm verschlüsselt eine wichtige Datei des Geschädigten so, dass dieser nicht mehr auf diese zugreifen kann. Gleichzeit erhält er eine Nachricht, die ihn zur Zahlung einer bestimmten Summe auffordert, um die Sperrung aufzuheben. Oftmals sind hiervon wichtige Systemdateien betroffen, sowie Ordner, denen ein bestimmter emotionaler Wert beigemessen wird (z.B. Eigene Dateien, Bildordner usw.).

Grayware

Mit Grayware wird im Grunde keine eigene Art von Schadsoftware bezeichnet, vielmehr stellt der Begriff eine Kategorisierung dar, welche nicht direkt für das infizierte System schädliche Varianten wie Spyware von systembehindernden oder –zerstörenden Programmen abheben soll. Obwohl die Verwendung des Wortes „Grau“ andeutet, sie wären weniger schädlich, bedeutet dies jedoch nicht, dass sie auf lange Sicht nicht auch zu ärgerlichen Konsequenzen für den Geschädigten führen können.

Rogueware:

Rogueware bedient sich einer besonders hinterlistigen Strategie. Meist handelt es sich um Antivirenprogramme, die vorgeben, einen bereits vorhandenen Virenbefall (im weitesten Sinne) zu beheben, während in Wirklichkeit von ihnen selbst schädigende Software in das System eingespielt wird. Eine besondere Qualität des Betrugs wird dadurch erreicht, dass Rogueware häufig online zum Kauf angeboten wird. Der nichtsahnende Nutzer erwirbt also eine Software zum Schutz seines Systems, die heimlich zu seinem Schaden arbeitet.